2010 Colbitz: Geigentöne statt Kriegsgedröhne

>> Aktion

Am 5. September 2010 haben wir auf einer Anhöhe mitten auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide ein Konzert mit klassischer Musik gegeben. Mit dieser bewussten Grenzüberschreitung setzen wir musikalisch und praktisch einen Kontrapunkt gegen die tödliche Kriegspolitik der Bundesrepublik.

Die Konzertaktion fand gemeinsam mit lokalen Aktivist_innen von Friedens- und Umweltbewegungen und im Rahmen des 206. Friedenswegs der BI Offene Heide statt. 100 Zuhörer_innen und Unterstützer_innen begleiteten uns auf den Truppenübungsplatz, um mit uns das Konzert zu veranstalten. Während des Konzerts wurde ein hölzernes Klangspiel des Künstlers Enrico Genz eingeweiht, Teile davon sind als Erinnerung an die Konzert-Aktion noch immer auf dem Truppenübungsplatz.

Einen Tag vorher, am 04.09.10, spielten wir um 19:00 Uhr in „Webers Hof“ (Farsleben) unser Vorkonzert.


>> Film und Fotos

Einen Film von graswurzel.tv über die Aktion gibt es hier.

Vorkonzert: Violindoppelkonzert von J.S. Bach

Vorkonzert: Violindoppelkonzert von J.S. Bach

206. Friedensweg entlang des Truppenübungsplatzes (Foto: Kirsten Neubig)

Aktionsbeginn: 206. Friedensweg entlang des Truppenübungsplatzes (Foto: Kirsten Neubig)

Militärgebiet betreten: Lebenslaute und ZuhörerInnen biegen vom Friedensweg auf den Truppenübungsplatz ab (Foto: Rosa Heide)

Militärgebiet betreten: Lebenslaute und ZuhörerInnen biegen vom Friedensweg auf den Truppenübungsplatz ab (Foto: Rosa Heide)

Zum Konzertort: Ein Hügel mit Panoramablick (Foto: Rosa Heide)

Zum Konzertort: Ein Hügel mit Panoramablick (Foto: Rosa Heide)

Antimilitaristisches Konzert mit Blick in die Heide (Foto: Lebenslaute)

Antimilitaristisches Konzert mit Blick in die Heide (Foto: Lebenslaute)

Friedensode in der Heide (Foto: Kirsten Neubig)

Friedensode in der Heide (Foto: Kirsten Neubig)

Das Klangspiel wird eingeweiht (Foto: Kirsten Neubig)

Das Klangspiel wird eingeweiht (Foto: Kirsten Neubig)

Geigentöne statt Kriegsgedröhne (Foto: Lebenslaute)

Geigentöne statt Kriegsgedröhne (Foto: Lebenslaute)

Die Fotos können (durch Klick auf das Bild) in Druckqualität kostenlos herunter geladen werden. Bei Veröffentlichung bitte Quelle angeben.


>> Presseberichte

MDR Sachsen-Anhalt (5.9.10): Bundeswehr duldet Freiluftkonzert auf Truppenübungsplatz

graswurzel.tv (5.9.10): Geigentöne statt Kriegsgedröhne (Film)

Volksstimme (6.9.10): Händel und Mozart erklingen auf dem Truppenübungsplatz

Volksstimme (6.9.10): Musiker dringen in Sperrgebiet ein

Neues Deutschland (6.9.10): Geigenklang im Sperrgebiet der Heide

Altmark-Zeitung (7.9.10): „Geigentöne“ – naiv und blauäugig

Volksstimme (7.9.10): „Wollen keine Gewalt gegen Mitbürger…“

indymedia (7.9.10): Altmark: Geigentöne statt Kriegsgedröhne

indymedia (8.9.10): Klassische Musik – politische Aktion

 

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>> Material

* Die Pressemitteilung „Geigentöne statt Kriegsgedröhne“ vom 05.09.10 gibt es hier.

* Die Pressemitteilung “Lebenslaute begrüßt Räumung” vom 08.09.10 gibt es hier.

* Die Rede der Lebenslaute auf dem Truppenübungsplatz Altmark gibt es hier.

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>> Aufruf für „Geigentöne statt Kriegsgedröhne“

Lebenslaut in der OFFENen HEIDe (Altmark)

Krieg war nie gerecht – und wird es auch niemals sein. Jedes Jahr fallen Zehntausende unbeteiligte Menschen militärischen Operationen zum Opfer. Jedes Jahr sterben Zigtausende Soldaten und Soldatinnen im Krieg. Jedes Jahr erzielen Rüstungsbetriebe Milliardengewinne und Wirtschaftsunternehmen steigern ihre Exporte durch sogenannte Wiederaufbauhilfen. Die Bundesrepublik Deutschland führt Krieg – allein in Afghanistan hat sie bis zu 5350 SoldatInnen im Einsatz.

Wer Krieg übt…

Auf einer Fläche von 23000ha betreibt die Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg einen der größten Truppenübungsplätze Deutschlands. Dort haben die Nazis 1935 begonnen, Kriegsmanöver zu proben. Die russische Armee hat den Übungsplatz nach 1945 weiter geführt. Obwohl in der Heide das Trinkwasserreservoir für über 600.000 Menschen ist, wurde die militärische Besetzung der Landschaft nach der Wende nicht beendet. Heute erlernen in der Altmark jedes Jahr bis zu 20.000 SoldatInnen das effiziente Töten. Rheinmetall betreibt hier mit dem Gefechtsübungszentrum (GÜZ) die europaweit modernste Anlage für Bodentruppen. Das GÜZ spielt eine bedeutende Rolle in der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Angriffsarmee. Mit GPS-Sendern, Satelliten und intelligenten Waffensystemen werden in nachgebildeten afghanischen Dörfern Häuserkämpfe trainiert. Alle BundeswehrsoldatInnen, die nach Afghanistan gehen, üben zuvor auf diesem Truppenübungsplatz.

…muss mit Widerstand rechnen!

Die Bürgerinitiative OFFENe HEIDe fordert, dass der Truppenübungsplatz Altmark nach mehr als sieben Jahrzehnten militärischen Missbrauchs ein Lernort für die Versöhnung mit der Natur und Frieden zwischen den Menschen wird. Seit dem 1. August 1993 lädt sie an jedem ersten Sonntag im Monat zum Friedensweg ein, um ein Stück Heide symbolisch in Besitz zu nehmen. Antimilitaristische Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet sehen in der OFFENen HEIDe einen neuen Kristallisationspunkt für ihre Kampagnen. Mit unserer Konzert-Aktion wollen wir diesen Widerstand unterstützen und die Heide mit musikalischem Leben erfüllen.

Kriegsübungen und Kriegseinsätze beenden!geige_3

Militär abwickeln!

Für eine friedliche Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide!

* Den gesamten Lebenslaute-Flyer gibt es hier.


>> Musik

Chor, Solist_in & Orchester

B. Britten, ‚Lacrimosa‘, ‚Move him into the Sun‘ aus ‚War Requiem‘, op. 66

G.F. Händel, ‚Friedensode‘, HWV 74

W. Pasquay, ‚Über den vier Städten‘ aus ‚Friedensoratorium‘

Chor

H. Eisler, ‚Gegen den Krieg‘, op. 55

K. Weill, ‚Zu Potsdam unter den Eichen‘, 1928

H. Schütz, ‚Wie nun ihr Herren‘

Protestbewegung, ‚Wir sind der Heide bunter Haufen‘

J. Zeuner, ‚Lebenslaute-Kanon‘

Orchester

J.S. Bach, Doppelkonzert für 2 Violinen und Streichorchester, BWV 1043

W.A. Mozart, ‚Die kleine A-Dur-Sinfonie‘, KV 114

* Eine Einführung zu einigen Werken und einige (teils übersetzte) Texte gibt es hier.