1995 Wittstock

1995 Wittstock

Lebenslaute statt Bombengetöse

Zwischen Berlin und Hamburg liegt die Wittstocker Heide. Das Gelände wurde 40 Jahre lang von der Roten Armee als Bombenabwurfplatz genutzt. Nach 1989 zog sich die Rote Armee zurück, aber jetzt wollte die Bundeswehr das Gelände haben. Dem Widerstand dagegen schloss sich Lebenslaute an. In der Folge wurde die Wittstocker Heide das meist bespielte Gelände von Lebenslaute. Und der hartnäckige Widerstand hatte Erfolg: Schließlich wurde die Heide an die umliegenden Gemeinden zurück gegeben.

1995 kamen fast fünfhundert Leute zur Protestwanderung. Das Konzert fand statt an der einzigen für den öffentlichen Verkehr zugänglichen Straße, die über den Platz führte. Mitten im Programm zogen Orchester und Chor um und luden das Publikum ein, mitzukommen – einfach ein paar Meter über die Platzgrenze! Und das Publikum kam mit!

Als externer Redner für die Protestwanderung konnte der ehemalige Leiter des Pastoralkollegs Templin, Horst Kastner gewonnen werden, auch bekannt als Vater von Angela Merkel. Eine bleibende Erinnerung an den Besuch sollte ein großes Klangspiel sein, das vom Wind zum Tönen gebracht wurde. Es wurde unter den Augen von Bundeswehr und Polizei in Windeseile aufgebaut. Später bauten die Soldaten es allerdings wieder ab und übergaben es unbeschädigt der BI. Es fand einen neuen Platz neben der Mahnsäule Frankendorf, wo es noch viele Kinder erfreute.

Wie gut die Aktion vorbereitet war, das kann man am Aktionsaufruf erkennen, den Link dazu findet ihr hier.

Musikprogramm:

Hugo Distler: Es geht eine dunkle Wolk herein
A. Keller: Hiroshima
A. Keller: Lied von der Erde
Joseph Haydn: Konzert für Cello und Orchester, Largo
G. F. Händel: Concerto grosso op. 6 Nr. 5
Uli Klan: Seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt (Text: Günther Eich)
Franz Schubert: Ein Satz aus dem Streichtrio D. 471, Allegro
L. van Beethoven: Streichtrio Es, op. 3
W. A. Mozart: Streichquintet VI
Barbara Rodi: Out of Area
Uli Klan: Freie-Heide-Lied