17.08.2019 Wir haben das Tor geöffnet mit Orchester und Chor

Lebenslaute spielte im Erstaufnahmelager Nostorf-Horst

+++ Aktionsticker mit Fotos 17.08.2019 +++

Trotz Verbot durch das Innenministerium führt Lebenslaute das Konzert „Wir öffnen das Tor mit Orchester und Chor“ im  Lager Horst vor begeisterten BewohnerInnen des Lagers.  Von 16:30 -18:00 Uhr fand das wohl ungewöhnlichste Konzert, welches je in einem Flüchtlingslager stattfand: von Schuberts Unvollendeter bis zu  Liedern aus den Fluchtländern, Lieder für ein menschenwürdiges Leben und offene Grenzen. Über eine mitgebrachte Musikbox wurden die geflüchteten Menschen über unsere Hauptforderung informiert – Lager Horst auflösen!.

Bereits bei Dvoraks slawischen Tänzen begann der gemeinsame Tanz mit den Geflüchteten, der bei internationaler Tanzmusik „aus der Dose“ fortgeführt wurde. Ein ausgelassener Moment der Hoffnung.

Nach Verlassen des Lagers wurde Lebenslaute von der Polizei erwartet. Das Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Amt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten, stellte Anzeige wegen Hausfriedensbruch und rief die Polizei, die zahlreich erschienen war.

Isolation durchbrechen! Lager Horst auflösen! Bleiberecht für Alle!

 

– Pressekontakt | Tel. 0157 8711 4306 o. 0173 9444421 | presse@lebenslaute.net

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Alle Infos zur Aktion gibt es auf der Seite Aktion 2019,

mit Fotos, kommentiertem Konzertprogramm, Aufruf, Pressemitteilungen.

 

Das faktische AnkER-Zentrum Nostorf-Horst liegt im Westzipfel Mecklenburg-Vorpommerns, mitten im Wald. In dem Lager werden Geflüchtete von der Gesellschaft isoliert, Menschenrechte missachtet, gleichzeitig wird NGOs der Zutritt verweigert. Wir solidarisieren uns mit den Geflüchteten im Lager sowie PRO BLEIBERECHT (Mecklenburg-Vorpommern) und anderen Unterstützer*innen.

LAGER HORST AUFLÖSEN! MENSCHENRECHTE VERTEIDIGEN!

=> AUFRUF LESEN <=

Vorkonzert: Am Freitag, 16. August 2019, haben wir bei den für die Zustände in Horst politisch Verantwortlichen an der Staatskanzlei in Schwerin vor rund 100 ZuhörerInnen unser Vorkonzert gespielt, u.a. den Gefangenenchor von Verdi. In unserem Redebeitrag haben wir u.a. die Dringlichkeit unseres Anliegens zusammengefasst:

„Wir wenden uns gegen die unmenschliche und unrechtmäßige Unterbringung von Menschen im Aufnahmelager Nostorf-Horst.
Wir wissen, dass den Menschen der Zugang zu Rechtsberatung auf dem Lagergelände verwehrt wird. Das verstößt gegen die EU-Aufnahmerichtlinie von 2013.
Wir wissen, dass die medizinische Versorgung unzureichend ist.
Wir wissen, dass es keine Möglichkeit gibt, seelische Verletzungen durch Folter, Krieg und Flucht zu behandeln
Wir wissen, dass Kinder ihr Recht auf Schulunterricht nicht wahrnehmen können. Das verletzt die UN Kinderrechtskonvention.“

Abschließend haben wir zu unserem Aktionskonzert eingeladen:
Sonntag, 18. August 2019,  12 Uhr, Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf-Horst

 

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twitter: @lebenslaute

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Lebenslaute-Kleingruppe blockiert Nazis
Am 8. Mai 2019 hat eine kleine Gruppe von Lebenslautis mal wieder eine Kreuzung in Demmin blockiert, um marschierende Nazis zu bremsen. Den Artikel der Demminer Zeitung dazu findet ihr auf der Seite „Regionales“.

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Offener Brief vom 13.03.2019: Forderung Einstellung der Verfahren zur Lebenslaute-Aktion 2018

Sehr geehrter Herr Minister Reul, sehr geehrte Damen und Herren,
am 20. August 2018 blockierten wir, die musikalisch-politische Gruppe Lebenslaute, in einer
gewaltfreien Aktion zivilen Ungehorsams mit Chor und Orchester für mehrere Stunden alle Zugänge
des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Köln (Infos online). Ziel war es, die von uns, anderen
Bürgerrechtsinitiativen und Parteien geforderte Abschaltung der Behörde symbolisch zu beginnen. Der
sog. Verfassungsschutz hat sich besonders in den Jahren der Existenz des NSU (Nationalsozialist.
Untergrund) verdächtig gemacht, mit seinen V-Leuten in rechtsradikale und gewalttätige Umtriebe bis
hin zum Mord verstrickt zu sein. Für diesen unserer Ansicht nach legitimen politischen Protest erfahren
wir nun staatliche Repression in Form von Bußgeldern wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.

(….) Aus alldem wird deutlich, dass die Aktivitäten des Verfassungsschutzes wegen seines
unkontrollierbaren V-Leute-Systems von denen terroristischer Organisationen und Szenen nicht mehr
klar zu unterscheiden sind. Deshalb halten wir zivilen gewaltfreien Widerstand gegen dieses Amt für ein legitimes Mittel. Wir fordern die Einstellung aller Verfahren gegen Mitglieder von Lebenslaute, die am 20. August 2018 von der Polizei geräumt worden sind.

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Keine Wiedervereinigung mit dem Krieg
Auch im Jahr 2018 haben Lebenslaute-Aktive zum „Tag der deutschen Einheit“ die Kriegsübungsstadt Schnöggersburg besetzt und zum Konzertort umgewidmet. Mehr …

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Lebenslaute beim Hambacher Forst
Im Jahr 2018  (6./. Oktober) hat wieder eine überregionale Lebenslaute-Aktion im Umfeld des Hambacher Forstes stattgefunden, zuerst wurde die Kohlebahn blockiert und dann ein Konzert in Oaktown im Hambacher Forst gespielt. Mehr …

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Das war die Sommeraktion 2018:
Inlandsgeheimdienst wurde viereinhalb Stunden BLOCKIERT

Aufruf, Aktionsticker, Fotos von Vorkonzert/Blockade/Aktionskonzert, Pressemitteilungen: Alle Infos AKTION 2018

Musizieren und Blockieren – Die Lebenslaute vor den Toren des Verfassungsschutzes (Film, 24:22min)
Autor*innen: Anne-Katrin Wübbena, Kyria Noatzke, Natasha Deasy | CC BY-NC-ND 3.0

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.LEBENSLAUTE

(other languages‘ introductions follow below)

Z.B. 2012: Blockade der Waffenfabrik Heckler&Koch

Unter dem Namen LEBENSLAUTE engagieren sich seit 1986 bundesweit Musiker_innen, einmal jährlich in Chor- und Orchesterstärke (s. Sommeraktionen), dazwischen auch in kleineren Ensembles regional (s. Regional).

Als offene Musik- und Aktionsgruppe bringen wir überwiegend klassische Musik gerade dort zum Klingen, wo dies nicht erwartet wird: auf Militärübungsplätzen und Abschiebeflughäfen, vor Atomfabriken und Raketendepots, in Ausländerbehörden und an anderen menschenbedrohenden Orten.

Bei der Wahl unserer Konzert-Orte lassen wir uns nicht durch herrschende Vorschriften einschränken. Im Gegenteil: Lebenslaute-Aktionen suchen die politische Konfrontation durch angekündigten und bewussten Gesetzesübertritt. Seriöse Konzertkleidung unterstreicht unser konzentriertes Auftreten. Wo es geht, versuchen wir, lokale Protestbewegungen zu stärken. (mehr über uns…) .

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Going by the name of „LEBENSLAUTE“ (Life Sounds) musicians from all over Germany have been gathering annually since 1986 to form a full chorus and symphonic orchestra. On a regional basis there have been smaller but more frequent projects.

We are an open group combining music with social action and perform mainly classical music in public places where this is not usually expected: on the grounds of military training areas, inside the halls of airports to prevent deportations, at nuclear production plants and rocket depositories, as well as the offices of the Department of Alien Residency and other places where human life is threatened.

In our choice of concert locations we are not swayed by official regulations; on the contrary Lebenslaute  actions seek confrontation through previously announced and conscious civil disobedience. Our serious concert attire highlights the legitimacy of our concern. Whenever possible we strive to strengthen and support local protest movements.

We prepare ourselves cooperatively and intensely for our concert actions and act in a united fashion. Each participant is responsible for himself/herself and decides to what degree he/she is willing to actively disobey the laws and regulations involved. Our decisions are made on the basis of mutual consent / grassroots democracy, the needs and concerns of all participants are taken into account. Those faced with possible legal ramifications are supported by the mutual solidarity of the Lebenslaute network and other cooperating groups.