Baden-Württemberg

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Lebenslaute Baden-Württemberg vereinigt Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft, welche mit Hilfe klassischer Musik ihren politischen Forderungen Nachdruck verleihen wollen.

Willkommen sind bei uns alle, die gerne singen, musizieren oder uns anderweitig unterstützen wollen. Bei Interesse melde Dich gerne unter:  region.badenwue@lebenslaute.net


Mikis Theodorakis, am 02. September 2021 in Alter von 96 Jahren in Athen gestorben

Komponist, Musiker, Schriftsteller, Politiker und Widerstandskämpfer, der große Grieche Mikis Theodorakis ist Tod.

Nach der Bekanntgabe seines Todes unterbrachen die griechischen Radio- und Fernsehsender ihre Programme um mit Musik des Komponisten an ihn zu erinnern.

Vita von Mikis Theodorakis – Ein Leben für die Freiheit!

• 1925 in Chios geboren
• es wird berichtet, dass Mikis Theodorakis schon als Kind seine ersten Lieder schrieb, obwohl er kein Instrument besaß. Im Alter von 17 Jahren gab er dann sein erstes Konzert.
• während des 2. Weltkrieges war Mikis Theodorakis Widerstandskämpfer/Partisan gegen die nationalsozialistische Besetzung Griechenlands.
• im anschliessenden Bürgerkrieg wurde er als kommunistischer Regimegegner 1947 verhaftet und nach Ikaria verbannt. Er wurde in einem Konzentrationslager der schweren Folter unterzogen. 1929 wurde er als physisch kranker Mann entlassen.
• 1953 heiratet er seine langjährige Verlobte Myrto Altinoglou.
• Musikstudium 1954-1959 in Paris.
• 1960-1967 wirkt Theodorakis in Athen als Komponist. In dieser Zeit entstand unter anderem die Filmmusik zu Alexis Sorbas und das Oratorium Axion Esti.
• in den 1960er Jahren wurde Theodorakis für die Linke ins griechische Parlament gewählt.
• Im April 1967 putschten die Obristen und führten Griechenland in eine Militärdiktatur (1967-1970). Theodorakis ging sofort in den Untergrund, seine Musik wurde verboten. Nach vier Monaten Kampf im Untergrund wurde er verhaftet und psychisch und physisch gefoltert.
• Januar 1978 wird Theodorakis aus dem Gefängnis entlassen, verbannt und schliesslich im August in ein Konzentrationslager überführt. Dank internationaler Solidaritätsbekundungen, wurde er entlassen, musste ins Exil nach Paris ausreisen.
• 1979-1974 Exil in Paris, hier war Mikis Theodorais sowohl als Komponist als auch als Widerstandskämpfer gegen das griechische Militärregime aktiv.
• Als er nach dem Sturz der Militärjunta 1974 nach Griechenland zurückkehrte wurde er wie ein Volksheld gefeiert.
• in den 1980er Jahren wurde Theodorakis erneut für die Linke ins griechische Parlament gewählt.
• 1990 wurde er wiederum ins Parlament gewählt, diesmal als Parteiloser für die Liste der konservativen Partei.

Bis zu seinem Tod, war Theodorakis aktiver Musiker und Komponist. Er erhob seine Stimme, wo immer er in der Welt die Menschenrechte in Gefahr sah.
Zahlreiche Preise und Ehrungen begleiteten sein Leben. Er war die Stimme Europas für Freiheit und Menschenrechte.
Als er im Alter von 96 Jahren in Athen am 2. September 2021 starb, wurde eine dreitägige Staatstrauer angesetzt.

Auch wir von Lebenslaute BaWü gedenken diesem großen Griechen, Menschenrechtler und ausserordentlichen Komponisten und Künstler.

Ich habe politisch nie gesündigt oder den falschen Weg genommen. Ich habe immer das gemacht, von dem ich annahm, dass es für mein Land richtig war. Ich war immer ein Beispiel des guten Kommunisten, wo immer ich mich politisch engagiert habe. 

Zitat Mikis Theodorakis


 Bevorstehende Aktionen 2021

20.11.2021 Probentag in Reutlingen
Lebenslaute Süd trifft sich an diesem Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr in Reutlingen zu einem gemeinsamen Probewochenende.
Wir werden an unserer bestehenden Repertoire arbeiten und neue Lieder dazulernen. Wir freuen uns über jede*n die/der neu hinzukommt.

Der Probetag ist hiermit ABGESAGT!

Zur Anmeldung und weitere Infos


Chronologie 2021

Du kannst sagen, ich sei ein Träumer
Aber ich bin nicht der einzige
Ich hoffe, eines Tages schließt du dich uns an
Und die Welt wird zusammenleben

Aus Imagine von John Lennon

29.10. bis 01.11.2021 Lützerath

An dem Wochenende 30.10.– 01.11.2021 haben sich viele Lebenslautis aus verschiedenen Regionen Deutschlands (Rhein/Rhur, BaWü, Hamburg, München, Herford usw.) aufgemacht, um den Sonntagsspaziergang in Lützerath musikalisch zu begleiten. Am Samstagnachmittag trafen wir uns an der Mahnwache mit einigen Lebenslautis aus der LL-Rhein/Ruhr-Gruppe zu einer ersten gemeinsamen Probe. Am nächsten Tag waren wir bei einer gemeinsamen Probe ca. 35 – 40 Lebenlautis, die zum Auftakt der Kundgebung zur Demo (auch Dorfspaziergang) die Lieder: „In einem kühlen Grunde“, „Klimakiller“, „Abschied vom Walde“, „We need to wake up“ und „Wie nun ihr Herren“, gesungen haben.
Die LL-Rhein/Ruhr-Gruppe hat sich dann zum Kennenlernen mit Probe und Gruppenfindung nach Wanlo zurückgezogen.
Wir von LL-BaWü und aus den anderen Regionen haben uns an den Straßenrand gestellt und für alle Sonntagsspaziergänger*Innen und Demonstrant*Innen einiges aus unserem reichhaltigen Repertoire zum Besten gegeben.
Spontan gab es ein altes Lied (Heut‘ kommt der Hans zu mir …) mit einem neuen Text:

Heut‘ kommt die RWE, des isch fei mies. Ob sie aber heute hier Lützerath oder aber morgen dort Keyenberg oder aber überhaupt nix kriegt, sell isch ed g’wiss.

Es ist ein unglaublich langer Demozug an uns vorübergezogen.

31.10.2021 Lützerath, LL-BaWü, Rhein/Rhur, München, HH, Herford

Wir konnten vom Erdwall aus beobachtet, dass viele Menschen von Ende Gelände und andere Menschen aus dem Demozug in den Tagebau eindrangen. Ein junger Mensch lief dann die Kante entlang und versuchte raus zu kommen, aber die Polizei stand schon parat, um ihn in Empfang zu nehmen. Einige Lebenlautis sind dann über den Erdwall und haben zur Ablenkung der Polizei musiziert und der junge Mensch kam unbehelligt raus.

Es waren ungefähr 400 Aktivist*Innen im Tagebau und bis auf zwei Menschen kamen alle ohne Feststellung der Personalien wieder raus. Zwei Demonstrant*Innen wurden von der Polizei nach Aachen gebracht, wir und zwei Menschen vom GESA-Support machten uns auf nach Aachen, um für die Freilassung der beiden zu musizieren bzw. sie in Empfang zu nehmen.

Die Polizei hat immer wieder versucht uns – mit offensichtlich fadenscheinigen und nicht nachvollziehbaren Argumenten – abzudrängen. Erst sollten wir den schön überdachten Fahrradunterstand verlassen und hinter das Gebäude gehen. Dann sollten wir auf den Gehweg gehen, was wir auch irgendwann gemacht haben. Aber das war nach einer gewissen Zeit auch wieder nicht Recht. Dann wollten Sie, dass wir auf die andere Straßenseite auf den Gehweg gehen, dem sind wir irgendwann auch nachgekommen. Zuletzt verlangen Sie, dass wir zur Autobahnauffahrt gehen sollten, was wir entschieden ablehnten. Schließlich wollten wir ja nicht für die Autofahrer*Innen singen. Der Einsatzleiter hat uns dann einen Platzverweis erteilt und uns mitgeteilt: „… dass, wenn wir dem nicht nachkommen sollten, sie uns mit körperlicher Gewalt hier entfernen würden und zur Autobahnauffahrt bringen würden …“

Wir beschlossen in Zweiergruppen über die Gehwege zu flanieren und dabei Musik zu machen. Dies hat die Polizei dann erst einmal verwirrt. Aber wir waren ja nun keine Versammlung mehr und sie haben sich schließlich zurückgezogen. So gegen 1.00 Uhr nachts wurde dann die letzte Aktivistin freigelassen.

Am Montagmorgen haben wir uns wieder mit der LL-Rhein/Ruhr-Gruppe zum gemeinsamen Proben getroffen. Wir musizierten an der Mahnwache

und hinter der Schranke über dem Wall am Tagebau.

01.11.2021, Lützerath, LL-BaWü, Rhein/Rhur, HH, München, Herford

Zum Abschluss sind wir um das Klimacamp gelaufen und haben an zwei verschiedenen Plätzen für Klimakamp-Aktivist*Innen gesungen.

Es hat uns allen Mut gemacht, dass sich so viele Leute für den Erhalt der Dörfer und für Eckhardt Heukamps Hof einsetzen. Und natürlich war es uns allen eine große Freude gemeinsam zu musizieren.

X A.…, ALLE…, ALLE DÖRFER BLEIBEN X

24.09.2021 – Riedlingen – Klimastreik

Am 24.09.2021 hat sich eine kleine Gruppe von Lebenslaute BaWü sowie eine Gruppe junger Leute vom Jugendzentrum in Riedlingen an der Donau mit einer Mahnwache, Musik, Kundgebung und einer kleinen Demo am Klimastreik beteiligt.

Nach dem wir die Mahnwache aufgebaut hatten begannen wir für die Leute zu musizieren. Das Repertoire umfasste die Musikstücke: In einem kühlen Grunde, Nach dieser Erde; Immer mehr Land; Wenn ihr den letzten Baum zerstört; We need to wake up; Dos Kelbl; Sollt ihn Frieden leben; Lebenslaute-Kanon; Beton, Beton; Wie nun ihr Herren.

Während wir Musik machten hat die CDU neben uns ihren Stand für den Wahlkampf aufgebaut. Wir haben sofort darauf reagiert und deren Aufbau mit  „Reiche den Reichtum den Reichen – Hosianna“  von Bert Brecht und Kurt Weill begleitet

An unserer Mahnwache blieben immer mehr Leute stehen. Es kamen auch etliche Jugendliche nach der Schule zu der Mahnwache. Sie brachten auch noch Plakate und Fahnen mit.

Um 14:00 Uhr gab es dann eine Kundgebung mit drei Reden zu Naturprozessen, Klimagerechtigkeit und die Rolle des Militärs als Gefahr einer gewaltsamen „Rückversicherung“ in der Klimakrise, wir fordern sofortige Maßnahmen, um die 1,5 Grad Grenze einhalten zu können.
In deren Anschluss wir eine kleine Demo zum Rathaus machten.
Es war eine kleine, aber feine Aktion und wir hoffen sie im nächsten Jahr ausbauen zu können.


Chronologie unsere Aktivitäten 2021 – 2012


Die lebenslaute – Jahresaktion „Waffenhandwerk schafft nur Unheil“ im Jahr 2012 war die Initialzündung für die Gründung der Regionalgruppe Baden-Württemberg.

Eine musikalische Widerstandskultur darf sich nicht damit begnügen, Nischen auszufüllen. Vielmehr müssen Widersprüche sichtbar gemacht, Freiräume erobert, Risse verbreitert und der einlullende musikalische Alltagsnebel vertrieben werden.

Graswurzelrevolution – Zeitung für eine herrschaftslose, gewaltfreie Gesellschaft


Was uns sonst noch bewegte


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