Baden-Württemberg

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Lebenslaute baden-Württemberg vereinigt Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft, welche mit hilfe klassischer Musik ihren politischen Forderungen Nachdruck verleihen wollen.

Willkommen sind bei uns alle, die gerne singen, musizieren oder uns anderweitig unterstützen wollen.
Bei Interesse melde Dich gerne unter: region.badenwue@lebenslaute.net

LL-BaWü-Startbild

„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“ Grundsatzerklärung der WRI (War Resisters International) 1921 


Bevorstehende Aktionen 2022

Vom Donnerstag, den 26.05. ab 13 Uhr bis Freitag, den 27.05.2022 bis 13 Uhr wollen wir in Ulm proben und musizieren.

Die Lebenslaute BaWü laden zu einem Himmelfahrts-Probe- und Aktionstag in Ulm ein
Interessenten für weitere Infos bitte melden unter: ll-bawu@posteo.de

SCHLUSSAKKORD DEM DROHNENMORD
DROHNENTECHNIK:  Deutsche Ingenieurskunst für den Tod in aller Welt

Zur Anmeldung und weitere Infos

Chronologie 2022

Du kannst sagen, ich sei ein Träumer
Aber ich bin nicht der Einzige
Ich hoffe, eines Tages schließt du dich uns an
Und die Welt wird zusammenleben

Aus Imagine von John Lennon

08.05.2022 Tag des Kriegsende in Ulm

Am vergangenen Sonntag, dem 8. Mai, 77 Jahre nach Ende des 2.Weltkriegs und der Befreiung vom national- sozialistischen Terror, gedachten Mitglieder der Musikgruppe Lebenslaute und Ulmer Bürger*innen der Kinder von jüdischen und osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen,

die während der NS-Diktatur und noch nach Kriegsende in und um Ulm gestorben und auf dem Ulmer Hauptfriedhof verscharrt wurden. Bis heute fehlt eine Gedenktafel. Die Lebenslauten erinnerten mit einem differenzierten und unter die Haut gehenden Vortrag der Mauthausen Kantate (Text: Iakovos Kambanellis [ein Mauthausen Überlebender] / Musik: Mikis Theodorakis) an das vergangene Leid der Opfer. Chris Werneke brachte seine Betroffenheit darüber zum Ausdruck, dass Holocaustüberlebende nun durch den Krieg in der Ukraine erneut zu Opfern werden. Dann erinnerte  er mit dem Lesen der Kindernamen an jedes einzelne Leben und beschrieb bei einem Gang zum Gräberfeld ausführlicher das Schicksal verschiedener Ulmer jüdischer Familien.

Die Musiker*Innen der Musik- und Aktionsgruppe Lebenslaute und ein Teil des Publikums zog weiter zur Wilhelmsburgkaserne, dem NATO-Hauptquartier JSEC. Unter dem Motto „Schlussakkord dem Drohnenmord“ protestierten sie gegen Militarismus und Krieg als Mittel der Politik.  Der Ulmer Theologe Rainer Schmid zeigte in seiner Rede auf, dass das NATO-Hauptquartier JSEC eine militärische Drehscheibe für militärische Manöver in Europa ist und dass durch die „Defender“- Manöver Ängste und Aggressionen geschürt und Unsummen von Geld, die im zivilen Bereich fehlen, verschlungen werden.

Rainer Schmid wünscht sich Konversion für die Wilhelms- burgkaserne (JSEC) in Form einer Friedensuniversität, Wohnungen oder Freizeitpark

Hedwig Sauer-Gürth von Lebenslaute sprach das unermesslich große Leid der Menschen im Ukraine-Krieg an. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sei eindeutig ein Bruch des Völkerrechts. Sie zitierte die Grundsatzerklärung der War Resisters International (WRI) von 1921: „Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“ Der Forderung „Frieden schaffen nur ohne Waffen“ gaben die Lebenslauten Ausdruck unter anderem mit Chorälen von Johann Sebastian Bach und Heinrich Schütz, Kammermusik von Anton Dvorak und dem Chanson „Le Deserteur“ von Boris Vian.


19.02.2022 SIKO München

Am 19.02.2022 haben Musiker*Innen von Lebenslaute Bayern und Lebenslaute Baden-Württemberg – mit gesanglicher Unterstützung von Sänger*Innen des Attac-Chor Münchens – ein musikalisches Zeichen gegen die sogenannte SIKO (Sicherheitskonferenz) gesetzt.

In Wahrheit trafen sich auf der sogenannte SIKO 30 Staats- und Regierungschefs/-chefinnen und/oder deren Stellvertreter*Innen (z.B. Olaf Scholz, Wolodymyr Selenskyj, Kamela Harris), 100 Minister*Innen (Annalena Baerbock, Christine Lambrecht, Florence Parly, Ben Wallace), sowie die Chefs und Chefinnen der wichtigsten internationalen Organisationen wie der UN, NATO (Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg) und EU (Ursula von der Leyen, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der EU-Ratsvorsitzenden Charles Michel) mit Generälen und Vertreter*Innen von Großkonzernen und der Rüstungsindustrie, um darüber zu sprechen, wie man mit Aufrüstung und Krieg noch mehr Geld in die Taschen der Konzernchefs/-chefinnen spülen kann.
Eröffnet wurde die Konferenz von UN-Generalsekretär António Guterres.

Wir von der Gruppe Lebenslaute haben in der Fußgängerzone in München musikalisch auf das grausame Unrecht, dass von der SIKO ausgeht, aufmerksam machen wollen.

Und auch ein bisschen geträumt:
Hier spricht Radio Bayrische Hof: Wie wir soeben erfahren haben, wurde auf der SIKO beschlossen, dass alle Waffen weltweit vernichten werden sollen. Wir wollen Sicherheit ohne Kriege und ohne Waffen, denn nur so kann man Frieden schaffen.“
Die Kinder der Regierungschefs und der Außenminister*Innen von der Ukraine und Russland sind nach München gekommen und spielen miteinander. Sie zeigen den Erwachsenen, wie man Frieden lebt.“

Unser Repertoire umfasste die Lieder:
„Sollt in Frieden Leben“, „Lebenslaute-Kanon“, „Artikel 1, „Meinst du die Russen wollen Krieg?“, „Guantanamera“, „Le déserteuer“, „Wie nun ihr Herren“, „Wohl denen, die da wagen“, Wer wahren Frieden will entfalten“

Es blieben viele Passant*Innen stehen und wir erhielten viel Zuspruch für unsere Art von Widerstand, auch von den Beteiligten der Menschenkette, die gegen die SIKO durch die Fußgängerzone zog.
Wir hoffen, dass wir doch die Aufmerksamkeit von etlichen Leuten gewonnen haben und sie zum Nachdenken über die sogenannte SIKO gebracht haben.


29.10. bis 01.11.2021 Lützerath

An dem Wochenende 30.10.– 01.11.2021 haben sich viele Lebenslautis aus verschiedenen Regionen Deutschlands (Rhein/Rhur, BaWü, Hamburg, München, Herford usw.) aufgemacht, um den Sonntagsspaziergang in Lützerath musikalisch zu begleiten. Am Samstagnachmittag trafen wir uns an der Mahnwache mit einigen Lebenslautis aus der LL-Rhein/Ruhr-Gruppe zu einer ersten gemeinsamen Probe. Am nächsten Tag waren wir bei einer gemeinsamen Probe ca. 35 – 40 Lebenlautis, die zum Auftakt der Kundgebung zur Demo (auch Dorfspaziergang) die Lieder: „In einem kühlen Grunde“, „Klimakiller“, „Abschied vom Walde“, „We need to wake up“ und „Wie nun ihr Herren“, gesungen haben.
Die LL-Rhein/Ruhr-Gruppe hat sich dann zum Kennenlernen mit Probe und Gruppenfindung nach Wanlo zurückgezogen.
Wir von LL-BaWü und aus den anderen Regionen haben uns an den Straßenrand gestellt und für alle Sonntagsspaziergänger*Innen und Demonstrant*Innen einiges aus unserem reichhaltigen Repertoire zum Besten gegeben.
Spontan gab es ein altes Lied (Heut‘ kommt der Hans zu mir …) mit einem neuen Text:

Heut‘ kommt die RWE, des isch fei mies. Ob sie aber heute hier Lützerath oder aber morgen dort Keyenberg oder aber überhaupt nix kriegt, sell isch ed g’wiss.

Es ist ein unglaublich langer Demozug an uns vorübergezogen.

31.10.2021 Lützerath, LL-BaWü, Rhein/Rhur, München, HH, Herford

Wir konnten vom Erdwall aus beobachtet, dass viele Menschen von Ende Gelände und andere Menschen aus dem Demozug in den Tagebau eindrangen. Ein junger Mensch lief dann die Kante entlang und versuchte raus zu kommen, aber die Polizei stand schon parat, um ihn in Empfang zu nehmen. Einige Lebenlautis sind dann über den Erdwall und haben zur Ablenkung der Polizei musiziert und der junge Mensch kam unbehelligt raus.

Es waren ungefähr 400 Aktivist*Innen im Tagebau und bis auf zwei Menschen kamen alle ohne Feststellung der Personalien wieder raus. Zwei Demonstrant*Innen wurden von der Polizei nach Aachen gebracht, wir und zwei Menschen vom GESA-Support machten uns auf nach Aachen, um für die Freilassung der beiden zu musizieren bzw. sie in Empfang zu nehmen.

Die Polizei hat immer wieder versucht uns – mit offensichtlich fadenscheinigen und nicht nachvollziehbaren Argumenten – abzudrängen. Erst sollten wir den schön überdachten Fahrradunterstand verlassen und hinter das Gebäude gehen. Dann sollten wir auf den Gehweg gehen, was wir auch irgendwann gemacht haben. Aber das war nach einer gewissen Zeit auch wieder nicht Recht. Dann wollten Sie, dass wir auf die andere Straßenseite auf den Gehweg gehen, dem sind wir irgendwann auch nachgekommen. Zuletzt verlangen Sie, dass wir zur Autobahnauffahrt gehen sollten, was wir entschieden ablehnten. Schließlich wollten wir ja nicht für die Autofahrer*Innen singen. Der Einsatzleiter hat uns dann einen Platzverweis erteilt und uns mitgeteilt: „… dass, wenn wir dem nicht nachkommen sollten, sie uns mit körperlicher Gewalt hier entfernen würden und zur Autobahnauffahrt bringen würden …“

Wir beschlossen in Zweiergruppen über die Gehwege zu flanieren und dabei Musik zu machen. Dies hat die Polizei dann erst einmal verwirrt. Aber wir waren ja nun keine Versammlung mehr und sie haben sich schließlich zurückgezogen. So gegen 1.00 Uhr nachts wurde dann die letzte Aktivistin freigelassen.

Am Montagmorgen haben wir uns wieder mit der LL-Rhein/Ruhr-Gruppe zum gemeinsamen Proben getroffen. Wir musizierten an der Mahnwache

und hinter der Schranke über dem Wall am Tagebau.

01.11.2021, Lützerath, LL-BaWü, Rhein/Rhur, HH, München, Herford

Zum Abschluss sind wir um das Klimacamp gelaufen und haben an zwei verschiedenen Plätzen für Klimakamp-Aktivist*Innen gesungen.

Es hat uns allen Mut gemacht, dass sich so viele Leute für den Erhalt der Dörfer und für Eckhardt Heukamps Hof einsetzen. Und natürlich war es uns allen eine große Freude gemeinsam zu musizieren.

X A.…, ALLE…, ALLE DÖRFER BLEIBEN X

Chronologie unserer Aktivitäten 2012-2022

Die lebenslaute – Jahresaktion „Waffenhandwerk schafft nur Unheil“ im Jahr 2012 war die Initialzündung für die Gründung der Regionalgruppe Baden-Württemberg.

Eine musikalische Widerstandskultur darf sich nicht damit begnügen, Nischen auszufüllen.
Vielmehr müssen Widersprüche sichtbar gemacht, Freiräume erobert, Risse verbreitert und der einlullende musikalische Alltagsnebel vertrieben werden.

Graswurzelrevolution – Zeitung für eine herrschaftsfreie, gewaltfreie Gesellschaft
LL-Bawü Lebenslautekanon
LL-Bawü

Was uns sonst noch bewegte


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