Baden-Württemberg

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Lebenslaute baden-Württemberg vereinigt Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft, welche mit hilfe klassischer Musik ihren politischen Forderungen Nachdruck verleihen wollen.

Willkommen sind bei uns alle, die gerne singen, musizieren oder uns anderweitig unterstützen wollen.
Bei Interesse melde Dich gerne unter: region.badenwue@lebenslaute.net

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„Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“ Grundsatzerklärung der WRI (War Resisters International) 1921 


Bevorstehende Aktionen 2022


Interessenten für weitere Infos bitte melden unter: ll-bawu@posteo.de

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Chronologie 2022

Du kannst sagen, ich sei ein Träumer
Aber ich bin nicht der Einzige
Ich hoffe, eines Tages schließt du dich uns an
Und die Welt wird zusammenleben

Aus Imagine von John Lennon

20.09.2022 Soldiarität mit amerikanischer Friedensaktivistin Susan Crane

Mahnwache 12:00 Uhr vor dem Landesgericht (Koblenz, Kameliterstraße)

Am Dienstag, den 20. 9.2022 fand das Berufungsverfahren zu sechs Go-In Aktionen in den Atomwaffen-Stütztpunkt „Fliegerhorst Büchel“ gegen die US-Friedensaktivistin Susan Crane statt.

Zwei Soprane von LL-BaWü, ein Alt von LL-Rhein-Ruhr, ein Tenor aus Bielefeld sowie zwei LL-Aktionsunterstützer*innen haben sich auf den Weg nach Koblenz gemacht, um das Berufungsverfahren musikalisch zu unterstützen. Während der Mahnwache vor dem Landesgericht Koblenz wurden Ansprachen gehalten, wir sangen unter anderem: „Wohl denen die da wagen“, „Krieg (Rio Reiser)“, „Wie nun ihr Herren“ und „We shall over come“. Das Lied „Artikel I“ begleitete Susan ins Gerichtsgebäude.

Eine kurze Zusammenfassung von Marion Küpker:

Zirka 20 Menschen kamen zur Mahnwache und zur Prozessbeobachtung: Mit Lebenslaute-Menschen wurde gesungen, der Black Smith (Schmied „Schwerter zu Pflugscharen“) kam aus Kail und beschenkte alle mit selbsgeschmiedeten Friedenstauben-Ketten, Catholic Workers aus Amsterdam und Dortmund, Veteran for Peace aktuell aus Dresden und viele mehr waren als Unterstützer mit Tranparenten da..
Nach fast 5 Stunden kam die Richterin zu ihrem Urteil über 230 Tagessätze anstelle von 250 Tagessätzen, da Susan während einer Aktion sehr hart von den militärischen Sicherheitskräften angegangen wurde (Videoaufzeichnung). Die Beweisanträge wurden alle abgelehnt (Prof. Bläsius, US-Prof. Boyle, US-Intern. Rechtsexpertin Dwyer und IALANA Rechtsanwalt Jäckel, Oberstleutnant – ohne Belang). Die Staatsanwältin sagte dazu, dass sie selbst im Haus eine Rechtsauffassung sich erarbeitet haben und deshalb keine Rechtsbelehrung von außen bräuchten. Außerdem soll US- Intern. Rechtsexpert*innen sich im deutschen Recht nicht auskennen…
Da ein aktueller Angriff mit Atomwaffen nicht vorliegt, soll – laut, Urteilsbegründung – auch die „Verteidigung aus Notfall (§32/34)“ ausscheiden. Diese würden sich sowieso nur auf „individuelle Rechtsgüter“ beziehen und eine Gefahr müsse „unmittelbar (und nicht mittelbar“ beseitigt werden können. Die angewendete Methode sei kein geeignetes Mittel die Gefahr zu beseitigen… Auch wenn die Regierung sich nicht an geltende Verträge und Gesetze halte: Büchel ist eine Entscheidung der Regierung… Es könne keine Rechtfertigung für Straftaten sein, wenn man mit Regierungsentscheidungen nicht einverstanden ist, auch wenn mensch sie für gefährlich hält. Damit würde die Angeklagte undemokratisch handeln, weil sie glaubt strafbare Mittel anwenden zu dürfen, wenn andere legale Mittel nicht funktionieren… Mit diesem Eingriff in fremde Rechtsgüter werde die Rechtsordnung auf den Kopf gestellt…

hier findet ihr die Prozesserklärung von Susan.


26.08.2022 Empfang der Anti-Atom-Radtour 2022 in Riedlingen

„Ausgestrahlt“ hieß es am Freitag, 26.8. in Riedlingen an der Donau, als die bundesweite Anti-Atom-Fahrradtour unter dieser Devise dort Station machte. Eine rollende Demo für das Abschalten aller AKWs und für die Energiewende: „dem Ausstieg entgegen – die Zukunft ist erneuerbar“.

Eine etwa 12- köpfige Gruppe von Lebenslaute-Süd war vor Ort und sorgte mit Instrumenten und Gesang für einen klangvollen musikalischen Empfang der ca. 20-30 Radler*innen. „Wir wollen leben, leben, leben!“, eindringlich erklang das alte Anti-Atomlied aus dem Wendland: „Weil der Mensch auf der Roten Liste steht, darum stellen wir uns quer!“

Allen stand die erschreckende Aktualität der atomaren Bedrohung und der strahlenden Gefahren in der gegenwärtigen, aufgeheizten Situation vor Augen: die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter und ernsthaft wird der Einsatz von Atombomben angedroht; ein großes militärisch umkämpftes Atomkraftwerk wird zu einem Pulverfass; auch die sog. zivile Nutzung der Atom-Energie kommt wegen der ausbleibenden Kühlung durch die überhitzten Flüsse zum Erliegen.
In einer solch dramatischen Zeit mit größter Vernichtungskapazität wirkt es wie Öl ins Feuer gießen, wenn wie im Augenblick über eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke diskutiert oder die Nuklearenergie von der EU zur „nachhaltigen Technologie“ umgedeutet wird. Wobei jede/r weiß, dass gerade diejenigen, die jetzt die aktuelle Gaskrise zu nutzen versuchen und lautstark nach Atomkraft rufen, sich schon immer gegen einen Atom- und Kohleausstieg gewehrt und in den vergangenen Jahrzehnten alles getan haben, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu behindern. Mehr als hunderttausend nachhaltige Arbeitsplätze wurden auf diese Weise zerstört.

Vor allem gegen dieses atomare Rollback, den Versuch, Atomausstieg und Energiewende rückgängig zu machen, richteten sich die Proteste der Menschen auf der Fahrradtour. Mit 2400 Kilometern war diese vermutlich die weltweit längste Anti-Atom-Demo, – geteilt in eine Nordroute vom belgischen Tihange bis Gorleben, und eine Süd-Route von Hanau bis Freiburg.

Per Fahrrad ging es zu vielen Zentren des Anti-Atom-Protests: zu stillgelegten, verhinderten und noch bestehenden AKWs wie z.B. Neckarwestheim, zu Atomfabriken wie z.B. Lingen, zu Firmensitzen der Atomindustrie, zu zivilen und militärischen Atomforschungszentren, wie dem Paul-Scherrer-Institut bei Brugg in der Schweiz, wo die Schweizer einst an ihrer eigenen Atombombe bastelten, an militärischen Stützpunkten, wo Atomwaffen stationiert waren wie z.B. Mutlangen oder zu aktuellen und potenziellen Atommüll-Lagern wie z.B. Riedlingen.

Tatsächlich könnte es sein, dass das Gebiet zwischen Riedlingen und Ulm wegen seines mächtigen Tongesteins (der so genannte Opalinuston) für ein solches Atommüll-Endlager auserkoren wird. Das soll dann für eine Million Jahre die tickende Zeitbombe Atommüll beherbergen. Das heißt über 30 000 Generationen unserer Nachkommen müssen mit dieser Hinterlassenschaft leben. (Seit Christi Geburt sind etwa 66 Generationen vergangen). Und da die Menge an radioaktivem Müll mit jeder Stunde fortlaufenden Betriebs der Atom-Meiler weiter anwächst, ist es im Interesse der nachfolgenden Generationen unverantwortlich, immer noch weiteren Atommüll zu produzieren.

 Deshalb machte die Tour in Riedlingen halt und stellte klar, dass auch aus diesem Grund die Produktion von Atommüll sofort gestoppt werden müsse, um ein weiteres Anwachsen der Abfälle zu verhindern. „Weil Atommüll uns den Tod nur bringt, darum stellen wir uns quer“, heißt es in dem Wendland-Lied.

Bevor es überhaupt um die Suche und Festlegung eines Endlagerstandortes gehen könne, müsse erst einmal der Ausstieg aus der Atomenergie erfolgt sein. Die Forderung müsse also lauten: „Kein Atommüll-Endlager im Donautal und auch nicht anderswo! Erst Stilllegung, dann Endlagersuche!“

Begonnen hatte die „Lebenslaute“ – Aktion am Nachmittag mit einer ca. 2-stündigen Mahnwache am Riedlinger Marktplatz mit Redebeiträgen, einigen Instrumentalstücken sowie vielerlei Chorsätzen wie z.B. „Klimakiller Nr.1“, „Hosianna Rockefeller“, „Wohl denen, die da wagen, ein Nein zur rechten Zeit“, „Tief im Dschungel von Wirtschaft, Politik“, „Wie nun ihr Herren, seid ihr stumm?“ und – als die Fahrradfahrer eintrafen – „Wir wollen leben“ (s.o.) als Höhepunkt. „Die lebendige Zukunft unser Lohn, dafür stellen wir uns quer“, so schließt dieses Lied.

In den Reden wurde u.a. auch der Zusammenhang zwischen militärischer und sog. „ziviler“ Nutzung der Atomkraft herausgestellt: Denn Atombomben benötigen Atomkraftwerke. Ohne diese könnten die Atomstaaten nicht weltweit über 13.000 Atombomben vorrätig haben. 

Ausklang des Tages war dann abends im örtlichen Kino das gemeinsame Anschauen des Dokumentarfilms „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“. Er schildert schonungslos die bisher vergebliche Suche nach einem sicheren atomaren Endlager.

Ein positives Zeichen gab es an diesem Tag dann aber doch noch: Der Bürgermeister von Riedlingen, Marcus Schafft, der schon im Vorfeld für die großzügige Unterbringung und ein freundliches Willkommen für die Teilnehmer*innen gesorgt hatte, gab kund, dass er sich einen Beitritt zu „Mayors for peace“ gut vorstellen könne. Die „Bürgermeister*innen für den Frieden“ – gegründet vom Bürgermeister von Hiroshima – setzen sich weltweit für die Abschaffung aller Atomwaffen ein.

Hoffen wir, dass Bürgermeister Schafft bei seinem Entschluss bleibt!

09.08.2022 Hiroshima-Nagasaki-Tag in Mannheim


17.07.2022 Büchel in der Eifel

Am Sonntag, den 17.07.2022 hat die Gruppe Lebenslaute Baden-Württemberg mit Unterstützung einer Musikerin der Gruppe Lebenslaute Rhein-Ruhr mit einer Konzertblockade gegen die US-Atombomben protestiert.

Die Konzertblockade richtete sich gegen die US-Atombomben und die Stationierung der der F-35 Tarnkappenjets im Bundeswehr Fliegerhorst Büchel. Obwohl es Deutschland durch den Atomwaffensperrvertrag von 1968 verboten ist, Atombomben zu besitzen, übt die Bundeswehr den Einsatz solcher Waffen: in den vergangenen Jahren mit Tornado Flugzeugen, die jetzt durch den Tarnkappenjet F-35 ersetzt werden.

Der F-35-Jet gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt und kann universell eingesetzt werden – auch für den Einsatz von Atomwaffen.

Das geschieht alles, obwohl der Bundestag 2010 beschlossen hat, dass die US-Atombomben aus Deutschland abgezogen werden, gerechtfertigt mit dem Konzept der „Nuklearen Teilhabe“ der Nato, das den Atomwaffensperrvertrag unterläuft.

Da die F-35 atomwaffenfähig ist, wird ihr auch eine andere Aufgabe zuteilwerden: Sie wird auch für sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft.

Bei der sogenannten nuklearen Teilhabe handelt es sich um ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben.

Die Frage, ob Deutschland eigene Atombomben einsetzt, oder ausgeliehene, ist absurd und zynisch.

Die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland sollen nach unbestätigten Informationen in einem Spezialbunker in Büchel liegen. Um wie viele atomare Waffen es sich tatsächlich handelt, ist nicht bekannt. Womöglich soll es sich um taktische US-Atomwaffen des Typs B61-3/4 handeln.

 Wir konnten die musikalische Blockade ungefähr eine Stunde aufrechterhalten, dann ist die Polizei eingeschritten und hat uns aufgefordert zu gehen und auf dem Kreisel weiterzusingen. Wenn wir nicht freiwillig gehen würden, dann würden sie uns räumen.

Im Repertoire waren die Stücke:

Wohl denen die da wagen, Das Seifenlied; Der Krieg; Artikel 1; Le déserteur; El derecho de vivir en paz; Sollt in Frieden leben; Wer wahren Frieden will entfalten; Der Traum ist aus; Nach dieser Erde; Freunde, das der Mandelzweig; Mir leben ejbig; Guantanamera; Malaika; Kaana kameme; Donna no bis pacem; We shall over come.

Im Publikum waren die US-Antiatomwaffen-Aktivisten John Laforge (Nukewatch Wisconsin) und Susan Crane (Redwood City California Catholic Workers), die darum gebeten hat, sie bei ihrer Gerichtsverhandlung am 20.09.2022 um 13;30Uhr in Koblenz musikalisch zu unterstützen.

Uns war es wichtig, gerade in Zeiten, wo in aller Politiker*Innen Munde in unserem Land und auch bei den Nato-Staaten eine unglaubliche Kriegsrhetorik vorherrscht, ein Zeichen für den FRIEDEN UND ABRÜSTUNG zu setzen.


28.05.2022 Demokratie-Fest in Neustadt

Am 28. Mai fand in Neustadt an der Weinstraße das Demokratiefest in der Innenstadt und auf dem Hambacher Schloss statt. Das Fest wurde lange im voraus geplant und der Höhepunkt soll dann in 10 Jahren ein Fest 200 Jahre Demokratie sein. Das Bündnis gegen Rechts Neustadt und die Initiative #2022Hambach1832 haben uns zu diesem Fest eingeladen.

Wir waren drei Menschen als Vertreter der regionalen Lebenslaute BaWü und des Friedensbündnisses, wir fanden uns kurz vor Mittag an der Hauptbühne auf dem Marktplatz ein.

Nach den ersten Reden beschlossen wir in einer Seitenstraße aufzubauen und begannen die Lieder „Artikel 1“, „Die Gedanken sind frei“, „Sag mir wo die Blumen sind“ und „We shall overcome“ zu singen. Es gab Zuschauer die mitgesungen haben.

Um circa 12:15 wollen wir gerade eine Pause einlegen, als wir laute Trommeln aus Richtung Marktplatz hörten. Wir unterbrachen unsere Musik. Wir merkten jedoch schnell, dass die Trommler einen Marsch der „Weißen Wanderer“ anführten. Daher schnappten wir uns die Megafone und nahmen unsere Musik wieder auf. Es gesellten sich auch mehrere bunt gekleidete Menschen zu uns, die mit uns gegen die Trommeln ansangen. Dabei wurden wir von mehreren Kameras gefilmt.

Nachdem der weiße Marsch abgezogen war, beschlossen wir uns auch auf den Weg zum Schloss zu machen. Wir wählten dabei den Linienbus 502 (Abfahrt 13:12 Uhr), der am Hauptbahnhof abfährt. Leider fuhren zu diesem Zeitpunkt keine Busse, Taxis o.ä. den direkten Weg zum Schloss. Wir entschieden daraufhin mit dem Taxi so nah wie möglich ans Schloss zu fahren. Das Taxi brachte uns daraufhin zum Handwerkerpfad, den wir dann erklommen. Die Wege zum Schloss und ins Tal waren belebt. Am Ende des Handwerkerpfads auf der Straße sicherten Polizisten den Wald ab. Auf dem Vorplatz fanden wir eine große Menge an weiß gekleideten Menschen vor, die demonstrierten. Die Polizei riegelte den Weg zum Schloss ab, um den Weg für die Prominenz freizuhalten. Man sagte uns, dass keiner mehr aufs Schloss hochdarf. Nachdem die Prominenz passiert ist, durften wir nach einigem Verhandeln (Vorzeigen der Querflöte) durch die Polizeikette Richtung Schloss gehen.

Als wir das Schloss erblickten, war der Hang voller weiß gekleideter Menschen. Wir wählten den Weg um das Schloss herum. Wir erholten uns kurz von dem steilen Aufstieg und gesellten uns zum Stand vom Bündnis gegen Rechts Neustadt. Wir wurden freundlich begrüßt, mittlerweile war es schon 15 Uhr. Im Hambacher Schloss selbst war es sehr ruhig, obwohl dort Veranstaltungen organisiert wurden, Politiker sprachen und hervorragendes Essen serviert wurde. Vor der Innenschlossmauer fanden wir einen Platz zum Singen. Wir bauten auf, und sangen unsere Lieder. Nach einer Weile hatten wir auch hier Verstärkung.

Als wir sahen, wie die Fahrzeugkolonne der Politprominenz das Schlossgelände verlässt, entschieden wir uns aufzubrechen. In dieser angespannten Situation schloss sich uns eine verängstigte Person, die Begleitschutz suchte, an, die nach eigenen Angaben zur Presse gehört und mehrfach Übergriffe auf dem Weg nach oben erdulden musste. Wir waren gerade dabei zügig zusammenzupacken und uns zu verabschieden, als Polizisten auf der Treppe Stellung nahmen. Die Polizei ließ ohne Vorwarnung die weiß gekleideten Menschen, die während der Anwesenheit der Politiker auf dem Parkplatz gewartet hatten, auf das Schlossgelände. Binnen weniger Minuten war das ganze Gelände voller weiß gekleideter Personen. Wir warteten, denn der Ausgang war mit Polizisten, die den Ausgang kontrollierten und „Weißen Wanderern“, die ins Schlossgelände eindrangen, versperrt.

Als Menschen weggetragen wurden und von oben aggressives Gebrüll nach unten drang, machten wir uns doch zügigen Schrittes über eine Seitentreppe nach unten auf. Am Ausgang angekommen suchte unser zitternder Begleiter Polizeischutz. Wir folgten den Anweisungen der Polizistin, den seitlichen Pfad, der nach unten führte, zu nutzen. Auf dem Vorplatz war es relativ ruhig. Nachdem man uns mitteilte, dass noch keine Busse fahren, gingen wir zu Fuß weiter zur nächsten Bushaltestelle. Auf dem Weg kamen uns mehrere Shuttle-Busse entgegen. Unten an der Bushaltestelle Weinbergstraße (Linienbus) angekommen, warteten Menschen auf einen Bus Richtung Bahnhof. Der Shuttlebus nahm keine Personen von dieser Busstation mit und fuhr leer weiter, allerdings fuhr ein Linienbus Richtung Schloss. Wir sangen im Bus unsere Lieder, angefeuert von weiteren Fahrgästen.

Oben an der Haltestelle Schloss füllte sich der Bus mit einer weißen gekleideten Menschenmenge bis die Türen gerade noch zugingen. Im Bus sangen die weiß gekleideten Menschen lautstark „Oh wie ist das schön“. Wir erwiederten den Gesang mit dem Lied „Artikel 1“.

Daraufhin wurde bezweifelt, dass Deutschland eine Verfassung hat und erklärt Deutschland sei ein besetztes Land. Es entfachte eine heftige Diskussion. Nach einer geschlagenen Stunde erreichte der Bus den Bahnhof. Hier verstreuten sich die Leute in alle Welt und wir traten den Rückweg an. HIER könnt ihr euch den Rückblick anschauen.


27.05.2022 Himmelfahrts-Konzert vor Rüstungsfirma Hensoldt in Ulm

Am Freitag, dem 27. Mai 2022, hat die Gruppe LEBENSLAUTE, Regionalgruppe Baden-Württemberg, mit einer Konzertblockade den Betrieb der teilstaatlichen Rüstungsfirma Hensoldt, gestört.

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

(Paul Celan aus der Todesfuge)

Diese Firma prodiziert ein Zielerfassungssystem Argos II für Kampfdrohnen, die weltweit in Kriegsgebieten im Einsatz sind unter Umgehung von Rüstungsexport Beschränkungen.  Die Blockade begann um 06:30 Uhr, wir lösten diese nach unserem Konzert nach anderthalb Stunden wieder auf. In Einklang mit den Grundsätzen von LEBENSLAUTE verlief das Konzert friedlich und gewaltfrei. Zuspruch und Beifall kam von Passanten, die stehen blieben und lauschten der Mischung aus klassischer Musik, eigenen Vertonungen und Chansons.

Wir wollten mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass Deutsche Ingenieurskunst für den Tod in aller Welt mitverantwortlich ist, z.B. Europa produziert Airbus die Eurodrohne“ European MALE RPAS, ausgestattet mit „präzisionsgelenkter“  Munition des Rüstungskonzerns MBDA und mit der Sensortechnik der deutschen Firma Hensoldt.

Das „ARGOS II Systemen“ wird als Zielerfassungssystem von der deutschen Firma Hensoldt hergestellt und über ihren Standort in Südafrika via Türkei in Kriegsgebiete geliefert. Die Bundesrepublik Deutschland hat mit ihrem Anteil von 25,1 % eine Sperrminorität und könnte dies unterbinden. Aber sie tut es nicht. Stillschweigend beteiligt sie sich damit die bundesdeutsche Waffenexportrichtlinien zu umgehen. Näheres in unserem Flyer (mit Quellenhinweisen), den wir auch während der Aktion verteilt haben.

Hier ein Pressebericht von der Ulmer Aktion gegen Hensoldt, einem zum Teil staatseigenen Ableger von Airbus. Diese stellen das Zielerfassungsystem für Kampfdrohnen her, die weltweit in Kriegen im Einsatz sind. Ein weiterer Artikel zu unserer Aktion findet ihr auf der Homepage des Lebenshaus Schwäbische Alb

Den musikalischen Rahmen bildeten die Werke: Dvorak: Bagatelle; Vivaldi: Gitarrenkonzert; J. Haydn: Zwei Menuette für E-Dur für Streicher und Gitarre; Händel: Waffenhandwerk schafft nur Unheil (Arie); Rio Reiser: Der Krieg; Seifenlied; Le Déserteur; Malaika; Kana Kameme; Mir leben ejbig; Guantanamera; Wer wahren Frieden will entfalten; Wohl denen, die da wagen; J.S.Bach Air mit der Rezitation „Sagt Nein“ von Borchert.


Chronologie unserer Aktivitäten 2012-2022

Die lebenslaute – Jahresaktion „Waffenhandwerk schafft nur Unheil“ im Jahr 2012 war die Initialzündung für die Gründung der Regionalgruppe Baden-Württemberg.

Eine musikalische Widerstandskultur darf sich nicht damit begnügen, Nischen auszufüllen.
Vielmehr müssen Widersprüche sichtbar gemacht, Freiräume erobert, Risse verbreitert und der einlullende musikalische Alltagsnebel vertrieben werden.

Graswurzelrevolution – Zeitung für eine herrschaftsfreie, gewaltfreie Gesellschaft
LL-Bawü Lebenslautekanon
LL-Bawü

Was uns sonst noch bewegte


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