2013 Berlin: Aufspielen statt Abschieben - Music for free Movement

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>> Aktion

Unterstützung der Forderungen des Internationalen Flüchtlingstribunals gegen die Bundesrepublik Deutschland der Karawane– und The-Voice-Gruppen (Tribunal-Ort: Mariannenplatz, Berlin-Kreuzberg)

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Vorkonzert am Sonntag, 16. Juni 2013, 19-22 Uhr:
Das Konzert fand statt in der Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65, in Berlin-Kreuzberg. Der Eintritt war frei. Rund 200 BesucherInnen hörten das volle Programm der Lebenslaute-Aktionstage, zwei Lieder der Rapgruppe „Afro Revolution“ mit Begleitung einer Lebenslaute-Band und Redebeiträge von u.a. Rex Osa (von The Voice Refugee Forum), Guy Providence Boyé (von Initiative Corasol) und Napuli Sanda (vom Protestcamp O-Platz).

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Verlauf der Konzertblockade am Montag, 17. Juni 2013, ab 6 Uhr bis mittags – Forderungen des Internationalen Tribunals wurden klangvoll zum Bundesministerium des Innern ins Berliner Regierungsviertel getragen: Von 6 Uhr morgens bis mittags gab es dazu eine Mahnwache am Hauptbahnhof mit Informationen. Hier folgen zunächst Liveticker-Einträge zur musikalischen Blockade des Innenministeriums, Aktionsfotos stehen weiter unten zur Verfügung.

Bericht 06:30: Seit 6:00 Uhr morgens werden alle Eingänge zum Bundesinnenministerium durch lebenslaute Gruppen blockiert. Die Polizei reagiert nervös. Zu einer Räumung kam es bisher nicht.

Bericht 07:30:  Alle vier direkten Eingänge zum Ministerium sind nach wie vor durch fast 100 Musiker_innen und weitere Aktivist_innen blockiert. Die Polizei versucht noch nicht, die Blockaden aufzulösen. Sie leitet wohl inzwischen einige Angestellte über einen soeben geschaffenen Sonderzugang von der Kirchstraße auf’s Ministeriumsgelände: durch ein benachbartes Gebäude des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten hindurch und über den oberirdischen Ministeriumsparkplatz zum östlichen Ministeriumseingang.

Bericht 08:00: Auch der Sonderzugang Kirchstraße durch das Amtsgericht wird inzwischen blockiert, ein Gefangenentransporter kann nicht ins Amtsgericht einfahren. Angestellte des Innenministeriums suchen weiterhin diesen komplizierten Weg durch’s Amtsgerichtgebäude zum Ministeriumseingang an der Ostseite des Gebäudes.

Bericht 08:15: Die Polizei droht die Räumung der Autozufahrt – „Spreebogen“-Eingänge von der Straße Alt-Moabit am nördlichen Gebäudeende – an.

Bericht 09:00: Die Polizei räumt die Autozufahrt zur Ministeriums-Tiefgarage. Beim Hauptzugang vom Spreeufer aus bricht die Polizei durch die Blockadekette, damit Angestellte mit Fahrrädern Zugang zum Gebäude bekommen. Die Anliegen des Flüchtlingstribunals und der Lebenslaute-Aktionsgruppe dürften dabei nicht so folgenlos verhallen wie vielleicht an „normalen“ Büro-Arbeitstagen.

Bericht 09:40: Die Lebenslaute halten die Konzertblockade weiter aufrecht: Alle ankommenden Angestellten sind gezwungen, das Gebäude unter Polizeischutz zu betreten. Die Berliner Polizei droht nun Musiker_innen Gewalt an und wendet sie bei der Räumung zum Teil an. Eine Person wird am Handgelenk leicht verletzt.

Aktionsabschlusskonzert ab ca. 11:45 Uhr: Außer der V.I.P.-Zufahrt zum fahnenbehängten Haupteingang des Innenministeriums sind kurzerhand alle anderen Zugänge freigegeben oder polizeilich geräumt worden. Während die Polizei den ganzen Häuserblock weiter mit hunderten BeamtInnen bewacht und mittels „Profiling“ PassantInnen umzuleiten versucht, hat sie die zwischenzeitlich festgehaltenen Geräumten nun zum Südost-Eingang durchgehen lassen müssen.
Alle über einhundert BlockiererInnen haben sich versammelt mit nun ähnlich viel eingeladenen und spontanen ZuhörerInnen. Nach kurzer Aufbauzeit spielt Lebenslaute in Chor- und Orchesterstärke ein stimmgewaltiges Abschlusskonzert aus einer Handvoll Highlight-Stücke: „Siyanibingelela“-Begrüßungslied / „Malaika“, Schütz-Psalmlied, Eislers „Friedenslied“, Anne Tübingers „Pass“-Lied, Schostakowitsch-Walzer und Candidas „Slogans for Rights“.
Als wir den Konzert-Ort mit unseren ZuhörerInnen Slogans rufend verlassen, um in der Nähe das „Fläming-Kitchen“-Voküessen zu genießen, lassen wir hoffentlich einige Menschen nachdenklich zurück!

 

>> Medienberichte

Radio F.R.E.I.-Sendung: Flüchtlingstribunal – Lebenslaute (Radio F.R.E.I., Erfurt, Sendung „Wir mischen uns ein„, 30.06.2013, 23:25-Min-Audio)
Graswurzel.tv-Video: Aufspielen statt Abschieben – Lebenslaute 2013 (19.6.2013, 5:15-Min-Video)
Radio Corax-Liveinterview direkt nach der Konzertaktion des Aktionsbündnisses „Lebenslaute“ vor dem Bundesinnenministerium in Berlin (R.C., Halle, Sendung Widerhall, 17.6.2013, 19:55-Min-Audio)
DLF-Radiobeitrag Aufspielen statt Abschieben – „Konzertblockade“ in Berlin (Deutschlandfunk, Deutschland heute, 17.6.2013, 14:24h, 4:00-Min-Audio, Dorothea Jung)
IPPNW-Artikel: Aufspielen statt Abschieben – Lebenslaute-Konzert vor dem Bundesinnenministerium (IPPNW.de, 19.6.2013)
JW-Zeitungsartikel: BRD auf der Anklagebank – Flüchtlinge treffen sich zum Erfahrungsaustausch und prangern Deutschland an (18.6.2013, S. 4, Claudia Wrobel / Tomke Menger)
ND-Zeitungsartikel: Konzertblockade vor Innenministerium (Neues Deutschland, Inland, 18.6.2013, EPD/ND)
Publik-Forum-Zeitschriftenartikel: Aufspielen statt Abschieben – Musiker protestieren für die Rechte von Flüchtlingen (Publik-Forum (2013), H. 12, S. 22, 28.6.2013, Maria Haberer / Anke Schwarzer)
TAZ-Zeitungsartikel: „Lebenslaute“ blockiert Ministerium – Ein Tango für die Flüchtlingspolitik (taz.de Berlin, 18.6.2013, Mareen Ledebur)
Funkhaus Europa-Radiobeitrag: Konzertblockade des Bundesinnenministeriums (Funkhaus Europa (WDR), 17.6.2013/17:40, 3:25-Min-Audio, Ursula Voßhenrich)
Radio Corax-Beitrag: Lebenslaute und das Refugee-Tribunal (R.C., Halle, 16.6.2013, 5:48-Min-Audio)

Vorberichte:
Mit Musik protestieren – die Aktion Lebenslaute (Audio, 5:49), Radio Lotte (Weimar), 14.06.13
Aufspielen statt Abschieben, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, 13.06.13
– Empathie üben, politische Selbstermächtigung fördern? – Eine Diskussion bei „Lebenslaute“, in: Graswurzelrevolution 379 (2013), Mai-Heft (dieser gwr379-Artikel ist nicht online)

Weitere Berichte:
ND-Zeitungsartikel: „Ihr zerstört unsere Länder“ – Flüchtlingstribunal in Berlin klagt deutsche Regierung an (Neues Deutschland, Inland, 15.6.2013, Johanna Treblin)
JW-Zeitungsartikel: Gegen Apartheidgesetze (Junge Welt, Femininismus, 14.6.2013, Jana Frielinghaus)
TAZ-Zeitungsartikel: Protest – Die neue Agora (taz.de Berlin, 16.6.2013, Helmut Höge)
FFM-Pressemitteilung: UnfAir-Berlin – Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen Tegel am 16.6. (Forschungsgesellschaft Flucht und Migration e.V., 17.6.2013)
cross-point: UnfAir-Berlin – Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen Tegel (2:55-Min-Video von cross-point.tv)
3sat-Fernsehbeitrag mit Tribunal-Aufnahmen: Boshaftes Europa – Der Protest von „Lampedusa in Hamburg“ (Kulturzeit, 20.6.2013, 5:29-Min-Video, Alexander Glodzinski)
ND-Zeitungsartikel: Die Opfer als Täter – In Berlin zog das „Flüchtlingstribunal“ eine bittere Bilanz des deutschen Rassismus (Neues Deutschland, Inland, 17.6.2013, Peter Nowak)
Cross-point.tv-Videoclip zu einer Abschiebungsverhinderung in Berlin-Tegel am 20.6.: Deportation must stop (24.6.2013, 2:20-Min-Video)

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>> Fotos.

Abschlusskonzert vor dem Innenministerium, Helgoländer Ufer, 17. Juni 12:00 (Foto: Lebenslaute)

Abschlusskonzert vor dem Bundesinnenministerium, Helgoländer Ufer, 17. Juni 12:00 (Foto: Lebenslaute)

Abschlusskonzert vor dem Bundesinnenministerium, Helgoländer Ufer, 17. Juni 12:30 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministerium, Autozufahrt zur Tiefgarage, 17. Juni 6:15 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministeriums, Zugang Helgoländer Ufer, 17. Juni 6:10 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministeriums, BeucherInnenzugang, 17. Juni 6:20 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministeriums, Außentür zum BesucherInnenzugang, 17. Juni 6:22 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministeriums, Sonderzugang durch das Amtsgericht, 17. Juni 8:20 (Foto: Lebenslaute)

Blockade des Bundesinnenministeriums, Zugang vom Helgoländer Ufer, Durchbruch mit Fahrrad, 8:30 (Foto: Umbruch Archiv)

Blockade des Bundesinnenministeriums, Autozufahrt zur Tiefgarage, Räumung, 17. Juni 9:30 (Foto: Umbruch Archiv)

Vorkonzert, Heilig-Kreuz-Kirche, 16. Juni 19-22 (Foto: Andrea Saif)

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… weitere Fotos der Lebenslaute-Auftritte im Umbruch-Bildarchiv und in phopectiveberlins 24er-Flickr-Album, dazu das cross-point-Fotoalbum des Tribunals.

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>> Material


Brief an Bundesinnenminister Friedrich, 05.07.2013
Presseerklärung Lebenslaute, 17.06.2013
Handzettel für Angestellte des BMI, 17.06.2013
Presseeinladung Lebenslaute, 14.06.2013

Presseerklärung Lebenslaute, 03.06.2013


Musiktexte und einführende Kommentare

Hintergrundinformationen, 17.04.2013
Aufruf-Flyer in Deutsch  &  Englisch/ENGLISH, Text in Französisch/FRANCAIS (de+en+fr-Gesamtfile)

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>> Aufruf
Das Netzwerk „KARAWANE für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen“ veranstaltet vom 13.-16. Juni 2013 in Berlin ein Internationales Tribunal gegen die Bundesrepublik Deutschland. Dort wird Anklage erhoben gegen die deutsche Beteiligung bei der Abschottung Europas, mit dem brutalen Vorgehen von „Frontex“, das Tausende von Toten an den europäischen Außengrenzen zur Folge hat; gegen den alltäglichen Rassismus, dem Flüchtlinge ausgesetzt sind; gegen staatlich verordnete Schikanen wie Lagerunterbringung und Residenzpflicht und gegen den faktischen Ausschluss vom Arbeitsmarkt; gegen Abschiebungen etc. Auch die Verbrechen der Kolonialzeit mit ihren Folgen sowie der heutige Wirtschaftskolonialismus werden thematisiert.
Geflüchtete und MigrantInnen organisieren sich seit vielen Jahren in verschiedenen Netzwerken. Sie leisten praktischen Widerstand gegen ihre Erniedrigung, Diskriminierung, Ausgrenzung und Schädigung. So traten Menschen in Lagern immer wieder in Hungerstreik, Protestcamps wurden in Innenstädten abgehalten. Vom 08. September bis 06. Oktober 2012 beteiligten sich rund 70 Geflüchtete an einem Protestmarsch von Würzburg nach Berlin – damit verletzten sie öffentlich die per Gesetz gegen sie verhängte Residenzpflicht.
Lebenslaute solidarisiert sich mit den Geflüchteten. In Abstimmung mit den Tribunal-VeranstalterInnen tragen wir die Forderungen des Tribunals am 17. Juni mit Nachdruck ins Regierungsviertel. Mit einer Konzertblockade werden sich Chor und Orchester von Lebenslaute PolitikerInnen und anderen für den staatlichen Rassismus direkt Mitverantwortlichen sichtbar und hörbar in den Weg stellen.

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>> Konzertprogramm

  • Zulu Traditional, „Siyanibingelela“
  • Heinrich Schütz, Psalm 58, „Wie nun, ihr Herren“
  • Felix Mendelssohn, Sinfonie Nr. 4 op. 90, 2. und 3. Satz
  • Hanns Eisler, „Lied über den Frieden“ (Text: Ernst Fischer)
  • Hanns Eisler, „Bilder aus der ‚Kriegsfibel'“ (Text: Bertolt Brecht)
  • Anne Tübinger, „Was ist der Mensch ohne einen Pass“ (Text: Bertolt Brecht)
  • Johann Sebastian Bach: Kantate BWV 39, Eingangschor (mit neuem Text)
  • Manu Chao, „Clandestino“
  • Dimitri Schostakowitsch, Suite Nr. 2 für Jazzorchester, Valse Nr. 2
  • weitere Lieder aus dem Süden Afrikas

Musiktexte und einführende Kommentare

 

.>> Links zum Tribunal

Refugee Tribunal against Germany mit Tribunal-Programm, -Kontakten & -Abschlusserklärung (VÖ: 5.7.’13)
thecaravan.org – Karawane – Für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
thevoiceforum.org – The VOICE Refugee Forum Germany
Zum Lesen: thecaravan.org/zeitung „The Voice of Refugees and Migrants“
Tribunal-Videos & Tribunal-Livestream von cross-point.tv
Radiomagazin: reboot.fm-Show „The Voices“ (besonders ab #8)
asylstrikeberlin mit International Refugee Women Space
refugee tent action
welcome to europe-Infopage

 

>> Weiteres Material

Aufruf-Flyer 2013 (enthält auch Büchel-Aktion) >> Gedruckte Exemplare per Mail bestellbar. Russisch, Farsi, …? Meldet Euch bitte, wenn Ihr diesen oder andere Lebenslaute-Texte in weitere Sprachen übersetzen möchtet.
Aufruf-Flyer (ca. 2,5MB):   deutsch   +   englisch/ENGLISH
Aufruf-Text (ca. 50KB):   deutsch + englisch/ENGLISH + französisch/FRANCAIS   (de+en+fr-Gesamtfile)

Berlin-Auftritte 16./17.6. 2013 >> Eigene Nachdruck-Einstellungen immer auf Papierseitengröße skalieren.
Poster: hochauflösend (23MB), Mailversion (549KB)
Postcard: DIN-A7 (>3MB), 4 Front- & Rückseiten hochauflösend (16MB), Vorderseite-Mailversion (177KB)